Quer durch Europa

 


Lago di Garda

der größte See Italiens, gebildet aus einem Gletscher in der vergangen Eiszeit. 

Das nördliche Ufer des Gardasees ist von den Gardaseebergen (ca. 2000 m hoch, z.B. Monte Baldo) umgeben. Der See wird hauptsächlich durch den Fluss Sarca gespeist, der bei Torbole in den See fließt. Insgesamt fließen 25 Flüsse in den Gardasee. Die Sommer sind heiß, die Winter mild und niederschlagsarm.  Segler und Surfer lieben die Winde (Ora/Südwind und Pelér/Nordwind) zwischen Torbole und Malcesine. Der See ist reich an Fischen(Regenbogenforellen, Hechte, Aale, Barsche, Zander). Oliven, Kastanien, Weinreben wachsen besonders gut. Eine üppige Pflanzenvielfalt ist zu finden: Alpenveilchen, Frauenschuh, Oleanderbäume, Palmen, Kamelien, Zypressen, Hibiskus, Pfirsiche und Zitronen- und Olivenhaine...

nördlicher Teil des Gardasees mit den Bergrücken der Gardasee Berge 

 Bootstour auf dem Lago di Garda

ein erster Eindruck...

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Da ich meine in 2017 geplante Reise an den Gardasee an Männe abgetreten habe (unaufschiebbare Termine kamen dazwischen), ist sie nun in 2018 Realität geworden. Mit unserem "Haus-Reisebüro" vom 11. - 16. November unterwegs... Eine Schlussfolgerung dieser Reise: Nie mehr im November, die Tage sind kurz und die Abende lang - Barbesuche und Smalltalk sind nichts für mich - ich liebe den Aufenthalt in der Natur und erkunde gern die Gegend... an einigen Abenden sind mir dennoch kleine "Abenteuer" geglückt... 


Schau in mein Reisetagebuch:

11. November 

ca. 900 km bis zum Ziel in Riva del Garda

Abfahrt 4 Uhr früh, nebelverhangen und diesig - ein Wetter zum Einschlafen

Sonnenaufgang - gegen 9 Uhr lichten sich die Wolken

"Telepass" - Übergang Deutschland - Italien

und wieder Wolken und Nebel - wird es so bleiben? Meine bange Frage!

in diesem Hotel haben wir Quartier bezogen - gegen 20 Uhr bin ich müde ins Bett "gefallen" 

Außenanlagen


12. November: 

Wir besuchen eine Bio-Käserei, fahren zum Tenno See und nach Arco

und wieder dicke Nebelschaden - die Stimmung sinkt

tiefliegende Wolken im Tal - steigt die Sonne auf???

Typische Bauweise im Trentino

in den Hinterhof geblickt

die Kälbchen in der Bio-Käserei mögen Streicheleinheiten

Käse und Salami zum Verkosten - im NU waren die Käseplatten leer - (es ist ja auch eine kulinarische Reise...) 

 

 



Auf dem Weg zum Tenno See genießen wir die Bergwelt der kleinen              Brenta Dolomiten mit Blick auf den nebelverhangenen Gardasee 



    klick in ein Bild


Ankunft am Lago di Tenno...

 Mir bleiben nur 20 Minuten, die Schönheit dieses Sees zu erkunden und Erinnerungen im Foto festzuhalten

 (Die Gruppe blieb am Parkplatz stehen…)



Inmitten  eines dichten Nadelwaldes taucht im Hinterland von Riva der Tenno See auf, der am Fuße des Monte Misone liegt. Ich hätte gern den kleinen, kreisrunden See mit seinem smaragdgrünen Wasser umrundet. Denn eine Stunde hätte genügt... Das Wasser ist sehr sauber und als Badesee gern genutzt. Anfang November 2018 tobte in Italien ein mächtiges Unwetter - die Gegend um den Tenno See blieb verschont.

Länge: 720 m, Breite: 270 m, Fläche: 2.500 km², Höhe Wasserspiegel: 550 m 





Vom Tenno See durch die Brenta Dolomiten zum Mittagessen mit einer Weinverkostung und  Stopp am Fluss Sarca.




Unterhalb der Brücke, in 200 m Tiefe, fließt der Fluss Sarca. Er ist der größte Nebenfluss des Gardasee.  Links an der Brücke vorbei führt die Straße nach Trento und zur Brenner Autobahn. Rechts, über die Brücke Richtung TIONE DI TRENTO UND BRESCIA.



 der Monte Baldo ist ein 30 km langer Bergrücken zwischen dem Gardasee und der Etsch. Er gehört zum Gebirgszug der Gardasee Berge.

Der Monte Baldo erreicht eine Höhe von 2200 m.

Auf diesem Felsen (Bild) wird gern geklettert und trainiert - es gibt auch eine Kletterschule.  


Nach dem Mittagessen 

und der Weinverkostung besuchen wir 

Arco - eine kleine Stadt nördlich des Gardasees


auf dem Burgfelsen in Arco thront Castello Di Arco

Kirche St. Maria in Arco - Vorbereitungen für den Weihnachtsbasar

  sehr alte Magnolienbäume säumen diese Straße in Arco

Arco (ca. 17.500 Einwohner) liegt ca. fünf Kilometer nördlich des Gardasee am Fluss Sarco. Zusammen mit der Gemeinde Riva del Garda bilden diese Orte ein geschlossenes Siedlungsgebiet von ca. 30.000 Einwohnern in der Provinz Trient. Das milde Klima macht Arco zu einem Luftkurort und lässt Palmen wachsen.


Auf dem Burgfelsen in der Altstadt Arco stehen Ruinen einer mittelalterlichen Burgruine. Im Mittelalter haben hier Parteien aus Verona, Tirol, Frankreich, Bayern und Mailand Streitigkeiten ausgetragen (Parteiengeplänkel ist uns doch bekannt???)


Die Kirche St. Maria beherrscht mit ihrem imposanten Bau die Altstadt. Sie ist eine der schönsten und interessanten sakralen Bauten, errichtet zu Beginn des 17. Jh. Im Inneren sind wertvolle Altäre, Altarbilder, Ornamente zu sehen.

Altar in der Kirche St. Maria - mit einem Gefühl von Ehrfurcht durchschreite ich das Gotteshaus und lasse die Kamera nur zwei mal klicken

Hauptschiff der Kirche St. Maria 


Abends am See in Riva        (12.11.2018)

Gegen 17 Uhr fing es an zu dunkeln, was mir aber nichts ausmachte, den See zu aufzusuchen. Vom Hotel in Riva bis zum Hafen lief ich ca. 10 Minuten.  Eigentlich wollte ich mich nur am Hafen aufhalten, aber das milde, angenehme Wetter verleitete zu einem zweistündigen Foto-Spaziergang... 

Im November ist die Touristensaison vorbei, die Straßen sind leer und die Geschäfte größtenteils geschlossen.

Dennoch fühlte ich mich privilegiert: Ungestört genießen und fotografieren

das abgesteckte Gebiet ist Tauchschülern vorbehalten 

vom Hafen von Riva del Garda führt "mein Weg" vorbei am Fort...

das Fort  schaue ich mir am letzten Tag vor der Abreise etwas genauer an  siehe auch hier bitte bis zum Ende der Seite scrollen

... und entlang einer gut asphaltierten Straße...

...bis an die Spitze der Landzunge...   (rechts im Bild)

…ob ich es schaffe bis zum Einbruch der Dunkelheit?...

… mächtige Agaven am Steilufer..

… der Anfang der Landzunge ist erreicht, ich kehre um

gegen 18 Uhr bricht die "Nacht" an, es wird sehr schnell dunkel. Die beleuchtete Straße führt in Richtung Hafen, rechts um den Berg herum




13. November

 Lazise und Blick in eine Ölmühle

 Drei große Stadttore ermöglichen den Weg in die historische Altstadt von Lazise

Das Stadtbild wird von den im 14. Jh. errichteten Stadtmauern und der Burg geprägt. Bauherren waren die Scalinger. Die doppelbögigen Zinnen auf der Burg deuten auf die Bauweise der Scalinger.

Die Historie der Stadt reicht bis in die Bronzezeit (16. - 13. Jh. v. Ch.) zurück, Fundstücke zeugen davon.

Lazise ist eine begehrte "Oliven-Riviera", die überwiegend von deutschen Touristen besucht wird. Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus und die Olivenöl-Produktion.

Schiffsanlegestelle Lazise

Typische Haltung eines "Internet-Freaks" 

Die Möwe "schreit ihre Tweeds" analog in die Welt hinaus

ein Haubentaucher zeigte unentwegt seine "Taucher-Kunststückchen"

zwei Kormorane feiern "Hochzeit"???

Altstadt Lazise

Hafen und Kirche San Nicolo

Veroneser Zollstelle am Hafen


Veroneser Zollstelle neben der Kirche San Nicolo. Die Zollstelle wurde im 14. Jh. als Arsenal der Scalinger und Venezianer erbaut. Man lagerte hier Salpeter zur Herstellung von Schießpulver 

die Zollstelle wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt (als ich fotografierte, traf man entsprechende Vorkehrungen)

Lazise gedenkt seiner toten Helden


Die Kirche  San Nicolo wurde als Lager, Kaserne, Wohnstätte genutzt - seit 1953 ist sie wieder Gotteshaus.


Altar in der Kirche San Nicolo, im 12. Jh. von den am Hafen lebenden Einwohnern errichtet und dem hl. Nicolaus gewidmet

Lazise (Seedorf) 

  • wurde bereits in 983 unter Otto von Sachsen zur Gemeinde

  • im 11. Jh. war Lazise eine Hafenstation
  • Lazise war lange Zeit der Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen  
  • der heutige Fischerhafen diente einst als Kriegshafen, es galt das Veroneser Ufer zu bewachen und zu beschützen. Man konzentrierte sich auf Handel und Militärwesen.
  • Durch die Scalinger wurde die Altstadt zum Bollwerk, um die Waffenlager zu verteidigen.
  • um 1600 herum wurde Lazise zur Zollstelle. Auf dem Gardasee handelte man mit Getreide, Papier, Stoffe, Öl, Eisenartikel
  • von 1815 bis 1866 (Napoleon hat sich zurückgezogen) regierten Österreicher
  • 1870 trat Lazise dem Königreich Italien bei (Die Herrschaft der Österreicher war beendet)

 

Besuch einer Ölmühle

Die Gerätschaften werden heute nicht mehr benutzt. Interessant zu sehen sind die akkurat aufeinander abgestimmten Bauteile, die in ihrer Wirkung eine Einheit, die Ölpresse, ergeben. Seit 8000 Jahren wird aus dem Fruchtfleisch und den Kernen das begehrte Olivenöl gewonnen. Kalt gepresst hat das Öl einen hohen Prozentsatz an ungesättigten Fettsäuren (gut für unsere Gesundheit). Olivenbäume können sehr alt werden, man hat Exemplare auf Umbrien gesehen, die 1700 Jahre alt sind. Olivenbäume haben im Mittelmeerraum hervorragende Wachstumsbedingungen

 







"Die Hebelpresse, das älteste System zur Ölgewinnung, nutzte die Schwerkraft, die das Gegengewicht auf die mit zerkleinerten Oliven gefüllten Säcke ausübte.

 Mit Hilfe der Holzschraube konnte der große Querbalken zum Be- und Entladen auf- und abwärts bewegt werden.

Diese von Hand betriebene Maschine wurde zusammen mit der einfacheren, ebenfalls durch Menschenkraft betriebenen Ölpresse bis ins späte 19. Jh. verwendet."

(siehe auch Tafel li im Bild)

 


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